Katathym-imaginative Psychotherapie - Imagination


Katathym-imaginative Psychotherapie - Imagination
Ich schließe meine Augen,
um zu sehen. Paul Gauguin

Die Katathym Imaginative Psychotherapie (KIP) ist ein tiefenpsychologisches Therapieverfahren, das mit aus der Seele (= thymos) kommenden (= kata) Bildern (= Imaginationen) arbeitet. Imaginieren, d. h. sich etwas vorstellen, ist eine ganz natürliche Fähigkeit des Menschen.

Das therapeutische Setting gestaltet sich dabei so, dass Sie angeleitet werden, sich zu entspannen. Das geht in der Regel in 2 bis 3 Minuten und völlig unproblematisch. Ich werde Sie dann bitten, sich auf das Motiv - ausgewählt für ihre persönliche Problematik - zu konzentrieren. Der assoziative Prozess beginnt. Anhand des Bildmotivs stellen sich immer konkretere Bilder ein, die im Laufe der 8 - 15-minütigen Sitzung eine Eigendynamik entwickeln, die Sie überraschen wird. In dem leicht entspannten Zustand der Imagination entstehen kreative Ideen und Handlungsentwürfe. Auf psychophysischer Ebene kommt es zu einer Entspannung und zu einem Auftanken in der inneren Erlebniswelt. Es bilden sich Wünsche, Handlungsimpulse und Lösungsideen ab. Diese werden wir dann im Anschuss an die Imagination ausführlich besprechen. Sie werden gestärkt mit neuer Energie aus der Sitzung gehen.

Die Wirkungsweise des Katathymen Bilderlebens kann auf vier Ebenen beschrieben werden:
  1. Ich-Stärkung: Imaginationen habe eine beruhigende und seelisch entlastende Wirkung. Stress Hormone werden abgebaut und der Blutdruck sinkt. Körperlich gelangt der Klient stärker ins Gleichgewicht, baut Spannungen ab und fühlt sich dann im Alltag kraftvoller und gelassener.
  2. Regression: Der Klient kann in frühere Erfahrungen eintauchen und dem "Inneren Kind" begegnen. Belastende Gefühle aus der Vergangenheit können wieder erlebt werden. Im Nachgespräch werden diese dann ausführlich besprochen. Fast immer ergibt sich von selbst eine Neubewertung, wenn in alten Themen und die damit verbundene Gefühls- und Verhaltensmuster erkannt werden. Wir sind nicht mehr Kind, Handlungsunfähiger... und gewandelt werden, um vergangenen Erfahrungen anders als bisher begegnen zu können. 
  3. Konfrontation: Unangenehme Themen werden im Alltagsbewusstsein oft vermieden. Im Motiv zeigt sich die Belastung in verschlüsselter Form. Sie werden - wenn Sie das wünschen - dazu angeleitet, sich auf symbolischer Ebene mit schwierigen Themen auseinanderzusetzen. Dies führt wahrscheinlich zu mehr Akzeptanz der eigenen Gefühle und Ängste und begünstigt die Suche nach Lösungen. Durch die Konfrontation mit der unerwünschten Situation, bis sich irgendetwas in einer erträglicheren Richtung gewendet hat
  4. Distanzierung: In Problemlagen verliert man leicht den Überblick. Der Blick aus der Adlerperspektive führt im Allgemeinen dazu, dass neue Einsichten gewonnen werden, die der Problemlösung dienlich sind. Im katathymen Bild kann der Rundblick vom Berg (das katathyme Panorama) Wunder wirken. Ungünstige Verstrickungen werden erkannt und Knoten gelöst.